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Die SVP Glarus Nord bekämpft das KVA-Gewächshaus

Die nächste Gemeindeversammlung von Glarus Nord stellt die Weichen für die Abwärmenutzung der Kehrichtverbrennungsanlage Niederurnen. Mit einem Gewächshaus will sie strengere Vorschriften erfüllen.

Es müsse bessere Alternativen geben, findet die SVP der Gemeinde Glarus Nord. Sie will an der Gemeindeversammlung vom 19. September das geplante grosse Gewächshaus in Niederurnen bekämpfen. An der ganztägigen ausserordentlichen Gemeindeversammlung befinden die Stimmbürger von Glarus Nord über ihren ersten einheitlichen Nutzungsplan, den NUP II. Für das Gewächshaus ist die Einrichtung einer «Landwirtschaftszone für besondere Nutzung» nötig.

Diese geplante Zone liegt zwischen der Kehrichtverbrennungsanlage und der Umfahrungsstrasse Bilten und umfasst elf Hektaren. Das entspricht der Grösse von 15 Fussballfeldern. Der grösste Teil des Bodens gehört der Gemeinde. Das Gebiet liegt heute in der «normalen» Landwirtschaftszone und wird zur Nutzung verpachtet. Fruchtfolgeflächen sind vom Gewächshaus nicht betroffen, aber ein Wildtierkorridor, für den noch Lösungen gefunden werden müssen. Laut dem Entwurf des Baureglementes dürfen die Gewächshäuser nicht höher als 10,5 Meter werden.

Abwärme besser nutzen

Mit dem Gewächshaus will die KVA Linth in Niederurnen ihr Problem mit der Abwärme lösen. Die KVA nutzt heute die Wärme, die beim Verbrennen des Abfalls entsteht, für die Produktion von Strom per Dampfturbine. Ausserdem gibt sie Wärme in ein Fernwärmenetz ab, das bis Näfels reicht. Aus der Turbine kommt der Dampf mit einer Temperatur von noch etwa 45 Grad Celsius, zu wenig für das Fernwärmenetz. Diese Energie kann die KVA noch nicht nutzen, sie wird an die Umgebung abgegeben.

Der Bund schreibt vor, dass bis Anfang 2026 die Kehrichtverbrennungsanlagen einen bestimmten Grad an Energieeffizienz erreichen müssen. Mit dem Ausbau des Fernwärmenetzes und mit Umbauten der Verbrennungsanlagen könnten die Anforderungen des Bundes erfüllt werden, so die KVA in einem Bericht zuhanden der Gemeinde. Allerdings rechnet die KVA damit, dass nach 2026 die Vorschriften weiter verschärft werden und der Ausbau des Fernwärmenetzes habe wegen der grossen Distanzen im ländlichen Raum Grenzen.

Mit der Nutzung der Abwärme aus der Turbine zum Heizen eines Gewächshauses will die KVA deshalb die Energieeffizienz weiter verbessern. «Dabei kann sie die Risiken der späteren Verschärfungen der Minimalwerte bei der Energieabgabe sehr effizient abfedern», heisst es im Bericht.

Für den Schutz des Klimas

Die KVA will das Gewächshaus nicht selber bauen und betreiben. Die Gemüsebauern seien aber daran interessiert, Gewächshäuser mit erneuerbarer Energie zu versorgen, so die KVA. «Die Migros verlangt beispielsweise, dass sämtliches in der Schweiz produzierte Gemüse klimaneutral produziert wird.» Durch die Heizung des Gewächshauses mit der heute nicht genutzten Abwärme könnten 8000 bis 10 000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Das entspreche fünf Prozent des CO2-Ausstosses des Kantons Glarus.

Ausserdem müsse das Gemüse nicht per Lastwagen aus dem Ausland importiert werden, so die KVA. «Der Bau eines nahe gelegenen Gewächshauses ist eine perfekte Klimaschutzmassnahme.» Der Bericht verschweigt die Schattenseite des Projektes nicht: «Es ist klar, dass elf Hektaren eine verhältnismässig grosse Fläche ist und der Anblick nicht jedem gefällt», so die KVA. Es gelte abzuwägen, «ob die Klimathematik oder das Landschaftsbild höher zu gewichten» sei.

SVP verlangt Alternativen

Beim Landschaftsbild setzt die SVP mit ihrer Kritik an. Am «Tor zum Glarnerland» dürfe kein «überdimensioniertes Gewächshaus» gebaut werden. Ausserdem solle den Niederurner und Biltner Landwirten kein fruchtbarer Boden entzogen werden. Eine Alternative zum Gewächshausprojekt nennt die SVP allerdings nicht. Sie teilt mit, sie sei überzeugt, «dass es zielführendere Massnahmen gibt». Die Leitung der KVA sei angehalten, bessere Alternativen zu entwickeln. SVP-Präsident Adrian Hager nennt auf Anfrage die Weiterentwicklung des Fernwärmenetzes, mit der die Energieabgabe signifikant gesteigert werden könne.

KVA-Geschäftsführer Walter Furgler entgegnet, die Optimierung der Stromproduktion und die von Hager genannte Erweiterung des Fernwärmenetzes würden bereits umgesetzt, genügten aber nicht. «Optimal wäre es, wenn ein grosser Abnehmer von Dampf sich in unmittelbarer Nähe zur KVA niederlassen würde», so Furgler. Das könne die KVA aber nicht direkt beeinflussen. Und ob die Abscheidung von CO2, an der die KVA arbeitet, in Zukunft einmal bei der Berechnung der Energieeffizienz berücksichtigt werde, sei «noch völlig offen»

 

Artikel vom 08.08.2020

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