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SVP des Kantons Glarus feierte als älteste Kantonalpartei der Schweiz ihr 100-Jahr-Jubiläum
Stolze 100 Jahre feierte die Glarner SVP am Freitag, 25. April 2003, im Gesellschaftshaus Ennenda. Eine Geburtstagsparty mit viel Reden, Polit- Prominenz, SVP-Mitgliedern und Gästen aus nah und fern.
Die Wurzeln der Glarner SVP
Die drei SVP-Historiker, alt Landrat Max Blumer, der ehemalige Parteipräsident der Glarner SVP Jacques Marti und alt Regierungsrat Kaspar Zimmermann, gaben einen Einblick in die Anfänge der Kantonalpartei. Über 60 Stunden recherchierten sie und trugen Fakten zusammen. «Parteisekretärin Gret Menzi machte die Parteileitung auf das Jubiläum aufmerksam», erklärte Max Blumer. Heimwehglarner und -appenzeller gründeten 1838 in Genf den Grütliverein, der arbeiterpolitische Anliegen ernst nahm und sich für die direkte Demokratie einsetzte. 1848 entstand die Glarner Sektion. 1901 gab es 17 Ortssektionen mit 444 Mitgliedern. Um 1902 entstand um Landammann Eduard Blumer eine kleinbürgerliche demokratische Bewegung: die Demokratische Partei des Kantons Glarus - die heutige Glarner SVP. 1920 schloss sich der Arbeiterbund an, 1927 der Grütliverein. 1928 wurde aus der Demokratischen Partei des Kantons Glarus die Demokratische und Arbeiterpartei des Kantons Glarus (DAP). Eindrücklich ist das Parteiprogramm der DAP vom 2. Februar 1930, welches unter anderem das Frauenstimmrecht postulierte. Am 24. April 1954 traten neue Statuten in Kraft mit einer vereinfachten Parteistruktur. Am 22. September 1971 bekannte sich die Partei zu den Grundsätzen der Schweizerischen SVP, bewahrte jedoch eine gewisse Eigenständigkeit und nannte sich fortan Demokratische Volkspartei des Kantons Glarus (DVP). Erst sieben Jahre später wurde aus der DVP die SVP. Jacques Marti präsentierte den Gästen eine detaillierte Statistik der Glarner SVP-Amtsträger, von der Gründung des Bundesstaates bis zum 29. März 1998. Hervorgeht, dass 42 Prozent der Ständeräte, 29 Prozent der Nationalräte, 26 Prozent der Landammänner und 32 Prozent der Regierungsräte der heute 100-jährigen Partei angehörten. Weiter verschaffte er den Gästen einen Ueberblick über die Entwicklung der Stimmenanteile von SVP, FDP und den übrigen Parteien. Gespickt mit Anekdoten aus seinen Nachforschungsarbeiten brachte der Referent sein Publikum zum Schmunzeln. Kaspar Zimmermann referierte zum Thema «Politik und Erfolge». Er zog Rückschlüsse von der Politik zur grünen Parteifarbe. Doch ob Bauernpartei oder Militärdepartement auch eine Partei mit einem Stimmenanteil von 25 Prozent stösst bei Andersdenkenden manchmal auf Missfallen und Kritik. «Doch die Sprachkultur ist rauer und härter geworden», stellte Zimmermann fest. Gingen früher die politischen Vorstösse der SVP Richtung Kant. AHV, Fabrikgesetz und Krankenkassen, sind es heute Anträge zum Steuergesetz, Umweltschutz, Schulgesetz usw. Bei eidgenössischen Abstimmungen hob Zimmermann hervor, wie wichtig eine gewisse Eigenständigkeit der kantonalen Parteien und ab und zu eine Abweichung von der Mutterpartei nötig sei. Für Mittelstand einstehen
Peter Rothlin, Präsident der Glarner SVP, hatte zuvor den Abend mit einem kurzen Blick in die Zukunft der Partei eröffnet. Das neue Leitbild soll auf bestehendem Gedankengut aufbauen und für neue Ideen der jungen Generation offen sein. Rothlin nahm besonders Bezug auf das Thema Standortattraktivität Glarus. «Es sind heute nicht nur Firmen, die von steuergünstigen Kantonen profitieren wollen», betonte der Betriebsökonom, auch der einfache Arbeiter ziehe heute einen Wohnort mit geringer Steuerbelastung vor. Besonders heimatverbundene Glarner (Landwirte, Gewerbetreibende, Hauseigentümer usw.) sind auf eine initiative Steuerpolitik angewiesen, die ihnen das Überleben sichert. «Es gilt die Politik der SVP nach ihnen zu richten und in den nächsten drei Jahren Ergebnisse zu bewirken», erklärte der Glarner Parteipräsident energisch. Als Höhepunkt des Abends galt das Referat des SVP-Präsidenten Ueli Maurer. «Mit einer grossen Ehrfurcht reiste ich ins Glarnerland», gestand er, «ist doch die Glarner gleichzeitig die älteste SVP-Kantonalpartei.» In seinem Vortrag nahm der Parteipräsident Bezug auf die Werte in der Gesellschaft. «Zunehmend werden Werte und Wurzeln in Frage gestellt», stellt Maurer fest. Dabei seien Werte, wie die Familie oder die Neutralität des eigenen Landes, von zentraler Bedeutung. Nur wer sich auf die eigenen Wurzeln besinne und Werte anerkenne, könne Ziele verfolgen. Zum Thema Köpfe nannte Maurer den Grundsatz: «Machen, was man sagt und sagen, was man macht». Weiter sei es wichtig, auf allen Stufen glaubwürdige und kompetente Leute zu haben. Die Themen des Mittelstandes zu vertreten, hiess das Hauptmotto von Maurer: «Die SVP ist jene Partei, die dem Mittelstand immer treu blieb.» Seitens der SVP seien nicht mehr Steuern gefordert, sondern ein schlanker Staat, der sich für den Mittelstand einsetze. In der heutigen Zeit müsse man mehr Zivilcourage zeigen und sich nicht scheuen vor Themen wie Asylrechtsmissbrauch und Überfremdung. Auch nach 100 Jahren habe die Partei die Aufgabe Herkunft und Werte zu verteidigen, auch für die jüngeren Generationen sowie Themen und Probleme zu lösen, welche die breite Bevölkerung beschäftigen. SVP des Kantons Glarus
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